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Kirchseeon-intern.de - Ortsgeschichte - Kirchseeon 1933-1945 - Personen: Dr. Gregor Ebner |
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Ortsgeschichte - Kirchseeon 1933-1945 - Personen
Im Nürnberger Prozess, Fall VIII (RuSHA, Greifelt et. al) beschreibt Ebner im Dokument NO-4207 (NARA, M894 Rolle 8) seinen Werdegang in einer Eidesstattlichen Erklärung wie folgt: Ich, Gregor Ebner schwoere, sage aus und erklaere: 1. Ich wurde am 24. Juni 1892 in Ichenhausen/Schwaben geboren. Ich besuchte die Volksschule in Ichenhausen und das Humanistische Gymnasium in Neuburg/Donau. Von 1912 bis 1914 studierte ich Medizin an der Universitaet Muenchen und Erlangen. Von 1914 bis 1918 war ich Weltkriegsteilnehmer. Mein letzter Rang war Feldhilfsarzt (Leutnant). Im Jahr 1919 und 1920 studierte ich wieder in Muenchen und Erlangen. Im Juni 1920 habe ich an der Universitaet in Erlangen mein Doktorexamen abgelegt. Von 1920 bis 1923 hatte ich eine eigene Praxis als praktischer Arzt in Mudau/Baden. Von 1923 bis 1937 uebte ich in Kirchseeon bei Muenchen die aerztliche Praxis als praktischer Arzt, Privat- und Kassenarzt. 2. Im Jahr 1919 war ich als Arzt fuer einige Monate Mitglied des Freikorps EPP im Range eines Leutnants. Ich wurde Mitglied der Nationalsozialistichen Patei am 1. November 1930 und erhielt die Mitgliedsnummer 340 925. Ich wurde Mitglied der SS am 29. Juli 1931 und erhielt die Mitgliedsnummer 13 966. Meine Befoerderung in der SS war wie folgt: 9. November 1932 Untersturmfuehrer, 20. April 1933 Hauptsturmfuehrer, 1. Maerz 1934 Sturmbannfuehrer, 9. September 1934 Obersturmbannfuehrer, 30.Januar 1936 Standartenfuehrer und meinen letzten Rang als SS-Oberfuerer der Allgemeinen SS erhielt ich am 20. April 1939. Nach spezieller Genehmigung des Reichsfuehrers SS Himmler wurde ausserdem angeordnet, dass mir erlaubt war, die Uniform eines Oberfuehrers der Waffen-SS zu tragen. Im Jahre 1932 und 1933 war ich der Familienarzt des Reichfuehrers SS Himmler, welcher damals innerhalb meiner Privatpraxis wohnte. Ich besitze folgende Orden und Ehrenauszeichnungen des dritten Reiches: Kriegsverdienstkreuz 1. Klassa, Parteiauszeichnung in Bronze, Ehrendegen des Reichsfuehrers SS und das Ehrenkreuz des Deutschen Roten Kreuzes. Vor meinem Eintritt beim Lebenborn e.V. war meine Taetigkeit in der SS zuerst Abschnittsarzt beim Abschnitt I in Menchen und dann Oberabschittsarzt beim Oberabschnitt Sued in Muenchen. Am 26. Mai 1937 bin ich auf eigenen Wunsch aus der katholischen Kirche ausgetreten. 3. Am 1. Mai 1936 wurde ich zum SS-Fuehrer im Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes und Kommandeur und leitenden Arzt des Muetter- und Kinderheimes des Lebensborn e.V. in Steinhoering, Kreis Ebersberg, ernannt. Ungefaehr 1 Jahr fuehrte ich diese Taetigkeit gleichzeitig mit meiner Privatpraxis aus. Mitte 1937 trat ich hauptamtlich dem Lebensborn e.V. bei. Mit der Einrichtung neuer Heime vergroesserte sich meine Taetigkeit beim Lebensborn staendig, da ich mit der aerztlichen Leitung aller Lebensborn-Heime beauftragt wurde. Mit der Umgliederung des Lebensborn e.V. vom Rasse- und Siedlungshauptamt zum Persoenlichen Stab des Reichfuehrers SS erfolgte am 1. Januar 1938 meine Ernennung zum SS-Fuehrer des Persoenlichen Stabes des Reichsfuehrers SS Himmler. Von Mitte 1938 bis Mai 1940 war ich ausser meiner Taetigkeit als aerztlicher Leiter des Lebensborn e.V. der geschaeftsfuehrende Vorstand. Nach der Umorganisation der Leitung des Lebenborn e.V. im Mai 1940 durch den Eintritt des SS-Standartenfuehrers Max Sollmann, wurde dieser geschaeftsfuehrender Vorstand und ich wurde zum Leiter des Gesundheitswesens des Lebensborn e.V. ernannt. Diese Taetigkeit behielt ich bis zum Kriegsende bei. Als Leiter des Gesundheitswesens des Lebensborn e.V. war ich verantwortlich fuer den Gesundheitszustand aller Lebensborn-Kinder Muetter, das ist einschliesslich der Kinder, welche vom Lebensborn e.V. aus dem Ausland uebernommen wurden. Bei Kindern aus dem Ausland, wo keinerlei Dokumente vorlagen, war es meine Aufgabe, das ungefaehre Alter feststellen zu lassen. Es war auch meine Aufgabe zu entscheiden, ob die aus Deutschland oder dem Ausand stammenden Kinder adoptionsfaehig sind. Waehrend meiner Taetigkeit beim Lebensborn e.V. fuehrte ich stets den hoechsten SS-Rang dieser Organisation. Von Mitte 1942 - Anfang 1943 war ich Leiter der Hauptabteilung A ausserdem. 4. Ausser den bereits in Paragraphen 2 und 3 beschriebenen Taetigkeiten in der SS und der Partei fuehrte ich folgende Arbeiten im Nationalsozialistischen Reich aus: a) Erster Vorsitzender in Deutschland des Diszip1inar-Gerichtshofes des Nationalsozialistischen Aerztebundes b) Redner im Rassenpolitischen Amt der Nationalsozialistische Partei und Kreisbeauftragter fuer Erb- und Rassefragen des Lanndkreises Ebersberg. c) Im Jahre 1941 einmalige Beauftragung zur Durchfuehrung einer rassepolitischen Unteresuchung auslaendischer Kinder (Rumaenen) durch den Reichsfuehrer SS Himmler. Diese Untersuchung fuehrte ich in Schloss Langenzell bei Heidelberg, einem Lager der Volksdeutschen Mittelstelle, durch.Der Beurteilungsbericht dieser Untersuchung ging dem Reichfuehrer SS Himmler durch den geschaeftsfuehrenden Vorstand des Lebensborn e.V., SS-Standartenfuehrer Sollmann zu. Ausserdem wurde ich am 1. April 1942 zum Hauptabteilungsleiter im Persoenlichen Stab des Reichfuehrers SS ernannt und am 20. Mai 1943 zur Stabskompanie der Waffen-SS beim Rasse- und Siedlungshauptamt berufen, wo ich jedoch keinen Dienst versehen habe. Nuernberg, den 24. Juni 1947 [Unterschrift Dr. Gregor Ebner] Ebner, Dr. med. Gregor, geboren in Ichenhausen (Bayern) am 24.06.1892, gestorben in Wolfratshausen am 22.03.1974. Zweites von sieben Kindern des Hotelbesitzers Andreas Gregor Ebner (geb. Ichenhausen 14.09.1862, gest. Ichenhausen 19.08.1937) und seiner Ehefrau Maria geb. Maurer (geb. Straß 26.06.1868, gest. Ichenhausen 21.07.1930)
http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=16756 Auskunft der Dissertationenstelle/Pflichtstelle der Uiversitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg vom 01. Juni 2015
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